Donnerstag, 31. Dezember 2009

Silvester Wurlitzer

Lustiges, sympathisches, cooles, uncooles, ergreifendes, magisches... von allem ein bisschen was...
















Mittwoch, 30. Dezember 2009

Fazit 2009

Song des Jahres: „Langsam schwimm ich durch den Fluss“ (der Nino aus Wien; noch nicht veröffentlicht)

Album des Jahres: „Mich kriegt ihr nicht“ (mob)

Live-Bands des Jahres: Kosmoprolet, Unding und Neuschnee (tripple-ex aequo)

Lieblingsrestaurant des Jahres: der Singapurer in Kreuzberg (Mirchi), einmaliges Preis-Leistungsverhältnis, checkt it out!

Ort des Jahres: Wien-Albern




Held des Jahres: Jablo Nislic (er sagt – was viele denken) ex aequo mit Patrick Sischka (AKA Doctor Albern)

Bösewicht (aka punktipunkti) des Jahres: Martin Messner (hat mir letztes Jahr 6000 Euro gestohlen) http://www.last.fm/user/ragie

Fehleinschätzer des Jahres: (der ungläubige) Thomas von Trost

Beste Tat des Jahres: im Call-centration Camp kündigen (nie, nie, nie wieder Büro-Alltag!!!)

Release-technisch war es auch ein interessantes Jahr für Problembär Records:

Unding - The Bubblefish Situation (Pb003) VÖ: 12.4.
Der Nino aus Wien - Down in Albern (Pb006) VÖ: 20.6.
mob - Mich kriegt ihr nicht (Pb008) VÖ: 20.10.

Ja, das waren sie die wichtigen Releases des Jahres, mit allen hatte ich viel Freude (auch die jeweiligen Release-Feiern werden mir immer in guter Erinnerung bleiben); ja, hoffen wir das es ähnlich erfolgreich weitergeht. Ich bin da jedenfalls ziemlich zuversichtlich. 2010 kann kommen :-)

Dienstag, 29. Dezember 2009

Review von Jablo Nislic (Retzer Volksblatt)

3 jahre problembär records- das muss gefeiert werden!

und wie feiert man dieses volksfest? "am besten mit einer 23 lieder haltigen cd, mit bands aus dem problembär umfeld", meint stefan redelsteiner, 23 jähriger betreiber des netlabels "problembär records".

das speziell angefertigte booklet zeigt einen gebrochenen apfel. ist dies eine anspielung auf die große musikfirma "apple", welche schon die beatles groß gemacht hat? oder ist es nur ein weiteres indiz dafür, dass stefan redelsteiner gerne äpfel isst. oder ungerne, schließlich bricht der kleine apfel ja in der hälfte durch...



das "album" beginnt mit einem lied des jungen folkaktivisten "der nino aus wien". "vollenden" ist sein neuestes lied, und beweist, dass der junge herr endgültig vom klebstoff weggekommen ist. textzeilen wie "aber hinter dir und vor dir, doch am meisten noch daneben" kann kein mensch schreiben, der täglich kiloweise klebstoff futtert. das starke lebenszeichen einer jungen nachwuchshoffnung gleitet direkt in eine etwas misslungene live performance von liger und marilies jagsch. bei allem respekt, liebe herren und damen, aber ein live album von euch beiden würde nichtmal der reichste milliardär kaufen!

die oberösterreichische band "ob meiner indifferenz" klagt in ihrem psycho pop song "danger" über die gefahren. ein schönes, drittes lied, für alle die es gerne etwas gemächlicher haben.
und was kommt nach drei? richtig! nummer 4! ian fisher, mastermind der wiener punkband "a life a song a cigarette" auf solopfaden unterwegs und das, gar nicht mal schlecht!

ach ja! kennen sie "the euphoric flenson"? nein? dann haben sie was verpasst! sein lied "weil ich kein star bin" bildet das fünfte lied des "albums". textzeilen wie "ich habs versucht ein großer star zum werden", beweisen, dass dieser unbekannte künstler bald ein großer star sein wird.

darauf folgt ein energisches lied über drogen und alkohol. die wiener band "walser" verarbeiten in ihrem lied "das gift" die drogenprobleme unserer gesellschaft, auf sehr ehrliche und direkte art und weise.

ein mädchen mit dem seltsam anmutenden namen "isbjarne" singt darauffolgend über die "wolken" , und merkt an: "ich bin so alleine." wem da nicht der apfel bricht, der hart kein herz!

folgt dann, plötzlich, ein absoluter kracher. "the rocker" von david häfenstreik alias "sir tralala". ein berührendes werk über das erwachsenwerden. vom "punker" zum "rocker".

hans wagner, songwriter der bands "das trojanische pferd" und "neuschnee", begeistert mit seinem solo projekt. "manches ist komisch" heisst sein werk. ja, hans! manches ist komisch! aber das lied ist einfach nur crazy!
morbidelli brothers, eine band die erst kürzlich durch einen artikel im magazin "der augustin" gewisse bekanntheit erlangte, schreien in ihrem lied "kinder" dass sie noch "viel zu jung zum oaschwixen" sind.

filou, ein in österreich lebender schweizer, klärt in seinem lied "die sache ist geklärt" die sache. und das mit indie pop. ist indie pop tatsächlich eine möglichkeit der klärung? das müssen sie mir erklären, lieber filou!
die blutjungen mädchen der gruppe "poly kommune", greifen in ihrem lied "priester" den allseits herrschenden religionswahn auf subtile art und weise an, ohne dabei ihre agression zu verlieren. "er lachte, und schaute uns an, dieser mönch, ein ganz normaler mann", heisst es da.

falk und die wiese glänzen mit einem liebeslied namens "du arsch". in kirtag ähnlicher geräuschkulisse lassen die worte vom stapel, die ein nino aus wien nicht besser hätte formulieren können.

"der elegante rest" marschiert elegant durch ein lied welches die deutsche mit der englischen sprache auf elegante art mischt. nur weiter so elegant!
"popsong" von trojanischem pferd beweist, dass hans wagner auch anders kann! agressiv, politisch unkorrekt, beleidigend, wütend- das lässt einen ergriffen im regen stehen! wenn das kein hit wird!

doktor detlef cooper, ein berliner arzt, singt in "distanz he" über die probleme mit sich selbst, aber auch über die schönen dinge, die man erleben kann. "ich muss nach hause, ich gehe alleine, ich muss alleine sterben". traurig, aber wahr.
lied 17 bis 20 sind allesamt in englischer sprache.

und dann plötzlich wieder hans wagner! "neuschnee" zeigt seine schwierige seite auf. etwas schwerfällig, lieber hans!

unding beeindrucken dann mit gnadenloser gesellschaftskritik, vorgetragen in einem lärm aus rocknroll! "maria hilf mir hier raus! ich will nichts mehr kaufen!". ein glück, dass sie "problembär records compilation" geschenkt bekommen.
den abschluss bildet dann robert rotifer mit seinem lied "die musik". begleitet von der band "mob" singt rotifer über seine (und vielleicht auch unser alle!) einzig wahre liebe: die musik!

"die musik vergeht nie, die musik vergeht nie, und ich bin hier. sie sagt ich liebe dich für immer, und es geht uns gut, im moment!"

ein gelungenes album.

6/10

Montag, 28. Dezember 2009

Heut nur kurze Durchsage

Heut ab 22:00 hält Robert Rotifer in seiner wunderbaren Sendung Heartbeat" auf fm4 Jahresrückschau; mit reingemogelt haben sich da der Nino aus Wien sowie mob, die sowohl mit letzten Sommer von Robert eingefangenen O-Tönen als auch je einem Lied antanzen um nicht zu sagen glänzen werden.

Hören sie sich das an, meint ihr schwerstverkühlter Stefan Redelsteiner!

Freitag, 25. Dezember 2009

Dämonen austreiben – erwachsen werden – Krone lesen

Heut hab ich mich dazu entschlossen den Kontakt zu meiner Familie – also in erster Linie zu meiner Mutter – abzubrechen.

Ich hab einfach gesehen, dass es nicht nur reicht meinen Bürojob an den Nagel zu hängen, - was ich vor über einem Monat tat - um das zu erreichen was ich mir vorgenommen hab. Nämlich ein Mensch werden, der mit sich zufrieden ist... und sich pausenlos mit Selbsthass und Neurosen bombardieren lassen läuft dem zuwider, und führt letztlich dazu, dass ich derartige Verhaltensweisen unterbewusst nach und nach immer mehr selbst übernehme (kotz); was vor allem auch jene in meinem Umfeld dann trifft, die das wohl am allerwenigsten verdient haben. Also jene die mir am wichtigsten sind/waren, die am tiefsten in mich hineinsehen durften/konnten/mussten, und die ich nach und nach alle drohe mit meinen angewöhnten Abgründen zu vergraulen. Ein dummer Kreislauf, aus dem ich mich heute befreit habe. Das Tauschgeschäft „Wäsche waschen“ gegen Seele vergiften is nix mehr für mich.

Ich hät das was ich heute beschlossen hab, schon vor einem Monat gleichzeitig mit der Beendigung der Seelenfresser-Arbeit tun sollen, dann wär vielleicht nichts von dem passiert, was mir jetzt so leid tut. Jene die mir nahestehen, denen wird vielleicht eh aufgefallen sein, dass ich grad in so ner Selbstfindungs-Phase bin...

Aber ich denk bis jetzt war das einfach zu halbherzig.... man kann niemand anderm helfen, wenn man selber Hilfe braucht. Ja, ich denk, die neugewonnene Distanz wird mir hoffentlich dabei helfen (ja das Wort „Hilfe“ fällt auffallend oft in diesen Satzkompositionen hier) mich zu normalisieren. Ausgeglichenheit, das wär schon was. Nicht mehr die jahrzehntelang aufgestauten Probleme mit meiner Mutter auf andere übertragen. Ich mein was jene Freundschaft betrifft, die vor kurzem letztlich auch (aber nicht nur, bei weitem nicht "nur") daran zerbrochen is, dafür is es – dieses reinigende Ballast abwerfen - wohl schon zu spät gekommen; Zug abgefahren.... aber vielleicht für die Zukunft. Schaumamal. Vielleicht werd ich ja doch noch mal erwachsen!



Aja, und weil ma grad so schön zsammsitzen, schaut`s was meine Lieblingszeitung die Krone (*zwinker – zwinker *) über mob so schreibt:

„Der Austropop lebt!“ – ist man gewillt unironisch auszurufen. Wenn man das Album „mich kriegt ihr nicht“ (Problembär) der Wiener Formation mob hört. Denn während es in letzter Zeit nichtssagende Himmelstürmer-Musik war, der als neuer Austropop gehuldigt wurde, bieten mob mehr als heisse Luft. In schlichten, nicht aber oberflächlichen Texten erzählen sie von einem wurzellosen Dasein, der ratlosen Sehnsucht nach etwas Anderem und der gewaltigen Kraft der Liebe. All das verpacken sie in unaufgeregt schöne Melodien, die vielfachem Hören standhalten. Das liegt auch an der Stimme von Sänger Raphael Sas. Ein herrliches Album für ernsthafte Träumer.

Ps.: Sänger Raphael kommentierte diese Kritik übrigens so: “Der Austropop ist tot" wäre mir lieber gewesen als erster Satz. Aber alle anderen Sätze sind schön.“


Pps.: Vielleicht hat diese Diskussion heute im fm4-Forum unter einer Blumenau-Geschichte wo`s um was ganz anderes ging, mit dazu beigetragen, was ich da weiter oben so abgelassen hab. Keine Ahnung wer „Diamondback“ und „Schwubdiwub“ sind, ich bin jedenfalls „billyhunt“ und den „northernline“ kenn ich zufällig auch; er is ein Angehöriger der grossen Problembär-Familie; aus Gründen des Datenschutzes (und um es geheimnisumwitterter zu machen) verrat ich nicht wer, aber wisst`s eh: Name der Redaktion bekannt...

diamondback | vor 1 Tag, 33 Minuten
waere toll wenn du ihn ueberreden koenntest seine sicht der geschichte hier darzustellen.
das andere: ich bin ja genetiker und natuerlich an dem umstand nature vs. nurture interessiert.
es scheint als wuerden wir mit zunehmendem unseren eltern immer aehnlicher. irgendwie sind wir allgemein zu beginn (kindergarten, schule tun notwendiges um uns gleichzumachen), danach schaelt sich unsere genetische existenz heraus.
und je aelter wir werden, desto aehnlicher werden unseren eltern wir in der regel.
scary...but also nice somehow:
mensch hat dadurch anfangs zeit genug eingenstaendiges zu tun und sich darauf festzulegen. sollte diese programm nicht erfolgreich sein, schalten wir auf programm -1 generation retour.
buon natale!

o billyhunt | vor 22 Stunden, 6 Minuten
programm -1 generation
oh ja das erleb ich grad an mir mit was du da beschreibst, herr/frau genetiker... und es is ziemlich schlimm. ich hoff ich kann meine gene irgendwie doch noch austricksen, weil das was sich da herausschält gefällt mir ganz und gar nicht.

o schwubdiwub | vor 9 Stunden, 27 Minuten
word billy!
fühlt sich öfter mal gar nicht richtig und gut an...

o northernline | vor 8 Stunden, 52 Minuten
Gene und... Chrrrromosomen!
Psychotherapie machen, Problemfelder erkennen und entgegenwirken

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Weihnachtet`s schwer?

go back to those gold soundz
and keep my advent to your self
because it's nothing i don't like
is it a crisis or a boring change?
when it's central, so essential,
it has a nice ring when you laugh
at the low life opinions
and they're coming to the chorus now...
i keep my address to yourself 'cause we need secrets
we need secrets crets crets crets crets crets back right now

because i never wanna make you feel
that you're social
never ignorant soul
believe in what you wanna do
and do you think that is a major flaw
when they rise up in the falling rain
and if you stay around with your knuckles ground down
the trial's over, weapon's found
keep my address to myself because it's secret
cuz it's secret cret cret cret [etc.]... back right now

so drunk in the august sun
and you're the kind of girl i like
because you're empty and i'm empty
and you can never quarantine the past
did you remember in december
that i won''t eat you when i'm gone
and if i go there, i won't stay there
because i'm sitting here too long
i've been sitting here too long
and i've been wasted
advocating that word for the last word
last words come up all you've got to waste


Mittwoch, 23. Dezember 2009

Der Nino wünscht euch eine schöne Weihnacht

Momentan is der Nino aus Wien damit beschäftigt - so wie jedes Jahr - auf seinem Schlitten von Haus zu Haus zu fliegen um den Seinen Geschenke an den Kaminsims zu legen; er bat mich allerdings euch diese, seine frohe Botschaft weiterzuleiten:



das jahr geht zu ende, mein hals brennt ein wenig , ein bisschen vom vielen rauchen vielleicht, vor allem aber weil ich keine schuhe habe was unvorteilhaft ist bei diesem wetter. meine nase brennt auch ein wenig, aber einen schnupfen lass ich nicht zu. meine augen leuchten ein wenig, vielleicht vom vielen trinken, aber wahrscheinlich einfach weil sie müde sind.

ich bin sehr froh, dass das weihnachtsfest naht, ja ganz ehrlich. ich freue mich, auf ein paar schöne stunden mit meiner familie, bei einem fondue, und vielen litern wein und schnaps. ich freu mich besonders darauf, weil es wohl das erste "weisse weihnachten" sein wird, das ich erleben darf. bis jetzt hat es immer geschüttet zu weihnachten, so weit ich mich zurückerinnern kann. die tage nach weihnachten, die habe ich in guter erinnerung, ich weiss noch, man wacht auf, zieht sich an, wäscht sich, frühstückt, telefoniert etc...

dann ist ja auch noch dieses silvesterfest im anmarsch, und ich hatte verschiedene silvester erlebt bisher, manch einen wo ich weinend im schnee lag, manch einen wo ich lachend von dach zu dach sprang, einen einzigen wo ich mich verkleidete, zwei oder drei wo ich lärm machte, mit so böllern. und einen einzigen, wo ich alleine zuhause saß und mir geschichten ausdachte. ich bin gespannt welcher art das neue fest sein wird. ich bin gespannt was passiert. irgendwas geht immer.

überlegungen machten sich breit die letzten stunden, überlegungen ob ich denn in wien bleiben soll zu silvester. ob bratislava nicht ein bisschen freundlicher wäre. aber nein, ich vergesse auf meine überlegungen und bleibe in wien. ich werde schon etwas finden. danke sehr.

frohe weihnachten


Dem schliess ich mich gern im Namen der Problembär-Familie an,
Stefan





live am 18.12.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Nachlese

So, ein allerletztes Mal noch ein bissi Nachbetrachtung der 2 Jahr Feier, danach geb ich schon wieder a Ruh (bis nächstes Jahr halt, he, he)!

Ich hab jetzt von jeder der 4 Bands die am Samstag bei meiner 2 Jahr Feier aufttrat einen Live-Track von ebenjenem Konzert auf meiner zweiten Myspace-Seite hochgladen; sowie einen weiteren hier von Neuschnee noch am Myspace-Mothership.

So ein Monat lang werden die Songs da oben sein, danach is die Aktualität nimmer gegeben und es interessiert erfahrungsgemäß dann eh niemanden mehr...

Die Tracks (auf Problembär Stefan Myspace):

Der Nino aus Wien - Langsam schwimm ich durch den Fluss
Neuschnee - Karneval
mob - Ich bin leicht
Unding - Vü z'spät

Auf Problembär Records-Myspace:

Neuschnee - Nur der Mond

... das besondere. Bei allen fünf handelt es sich um neue noch nirgendwo anderweitig veröffentlichte Songs; sprich: Vorboten der 2010 erscheinenden neuen Alben.

Montag, 21. Dezember 2009

Schau in die Presse


Pop: Verloren in Melancholia – mit Rapid-Resultaten

SAMIR H. KÖCK (Die Presse)

„Der Nino aus Wien“ begeisterte beim Labeljubiläum von Problembär-Records im Wiener Rhiz.

Laura findet den Nino dylanesk, verweist auf seine Soloauftritte. Und Rosa? Die hat sogar schon mit ihm auf FM4 georgelt. Sie meint, dass seine Lyrik stark ins Hellereske hinüberschwappt. Recht haben beide.

Der 22-jährige Nino Mandl schlug als „Der Nino aus Wien“ ähnlich außerirdisch in der Wiener Musikszene auf wie der junge Bob Dylan einst in Greenwich Village. Nino greift seine Gitarre mit ähnlicher zärtlicher Zerstreutheit. Er formuliert Paradoxes, lächelt immer wieder versonnen in sich hinein. Die Menschen pilgern zu ihm, um sein Geheimnis zu erfahren. Wie können jemandem, der handwerklich weit von Perfektion entfernt ist, so schöne Melodien einfallen? Wie ist es möglich, dass jemandes Lippen so viele obskure Formulierungen entfliehen, ohne im Hörer Schwindel zu erzeugen? Fragen, die auch beim umjubelten Rhiz-Auftritt nicht letztgültig zu klären waren.

Geiger Sir Tralala fehlte diesmal, was den Sound auf schöne Weise archaischer machte. Der Schlagzeuger, ein Hennersdorfer Hausherrensöhnchen mit Britpop-Attitüde, trieb mit trockenem, aber sehr akuzentuiertem Beat an, der Bassist impfte Ninos Musik Groovyness ein. Wichtigster Mitspieler war aber wieder Raphael Sas, Leader der Popband Mob, die zuvor am Problembär-Jubiläumsabend mit Liedern des verträumten Debütalbums „Mich kriegt ihr nicht“ bezirzte.

Nino brach dem Weinen eine Lanze

Sas ist so etwas wie die ordnende Kraft in Ninos Band. Er überzeugte mit ökonomischen Pianoläufen, beherzten Gitarrenriffs und beseeltem Gesang. Nino selbst wirkt meist entrückt, verloren im weiten Lande Melancholia, in das erstaunlicherweise sogar die Ergebnisse von Rapids Europacupspielen eingesickert waren. Zwischen zwei Songs murmelte Nino diese in Zahlenmystikermanier. Auch um zu zeigen, dass seine Musik nicht nur für sensitive Mädchen ist. Mit großem Elan als Start der Song „Ich weiß nicht, sag du“, ebenso romantisch wie funky. Unerbittlich zog Nino den Vorhang von dieser unbefriedigenden Realität, zweifelte in guter alter philosophischer Tradition an dem, was ihm seine Sinne berichten. Etwa in den wunderbar enigmatischen Liedern „Mein erstes Gedicht“ und „Down in Albern“, in denen er dem Weinen eine Lanze bricht, gar die Möglichkeit erwägt, dass es „das Brot war, das ihn bestrich.“ Gröbere Funken sprühten im rüden „Holidays“ und im vom Saxofonisten Sebastian Fox ornamentierten, wehmütigen „Du Oasch“, Ninos einzigem Dialektsong, der derzeitig viel im Radio gespielt wird.

Der wahre Nino kam ideal in grüblerischen Juwelen wie „Es geht immer ums Vollenden“ und „Feuer“ raus, in denen er hart an der Kante von illiteratem Ausbruch und I-Ging-Rätselsprüchen wandelte. Da war es wieder, dieses selige Lächeln eines Knaben, der mit einem kleinen Löffel den Ozean ausschöpft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2009)

Link

Sonntag, 20. Dezember 2009

Voll!

Nett war`s gestern, oder? Die 2 Jahr Feier im Rhiz mein ich... auch lustig, um nicht zu sagen nett, wenn Leute kommen mit denen man nie und nimmer gerechnet hätte... aber so is das ja immer irgendwie; vor allem in letzter Zeit. Unverhoffte Wiedersehens-Freuden.

Ein bissi voll war`s vielleicht, aber eh gut wenn man sich in der kalten Jahreszeit an anderen Körpern erwärmen kann (igitt, das hört sich jetzt ur pervers an!)... hör grad die Live-Mitschnitte, weil ich vor Ort zu beschäftig (aka zu betrunken) war um was mitzubekommen, und hört sich ja richtig nett an; wenn man auf der Rhiz-Seite auf "audio" geht, hat man circa eine Woche lang Zeit sich das runterzuladen als mp3`s! Tu es, tu es!

Wenn wer Fotos gemacht oder gefilmt hat, kann er mir das gerne zukommen lassen: bonzogonzo@gmx.at

Danke an den tollen Tontechniker Lars, der sicher selten soviel Arbeit hatte, wie an diesem Abend, und es sehr gut gemeistert hat, alle Bands (auch für die Hilfe mit der Kassa - tolles Teamwork, macht mich richtig gerührt), die überaus kompetenten Dj`s (schauts am 26.12. in`s Stadtbahn, da is wieder Salon Melon!)... aja, und auch so Leuten wie dem trojanischen Hubert, meinem Kumpel Roland und dem lustigen Aldous Cyriac Lazar für die Mitarbeit...

Samstag, 19. Dezember 2009

Top of the Pops

Heut Abend ab 21:00 is es soweit; 2 Jahres-Feier von Problembär im Rhiz, aber darüber will ich grad gar nicht soviel schreiben; das überlass ich mal dem Falter, der Stadtzeitung, nicht dem Ungeziefer (wobei ich das Urteil, dass hier über Unding und Neuschnee gefällt wird, nicht teilen will; man kann sich ja dann heutabend davon übärzeugen, dass die nicht nur "okay" sind):

"2 Jahre Problembär Records
(Musik-U)

mit der Nino aus Wien, Neuschnee, Mob und Unding

Auf den Namen muss man auch erst einmal kommen: Problembär Records. Aber das gleichnamige Wiener Label tut diesem Namen genau gar keine Ehre. Der auf Gitarrenmusik zwischen Liedermacherei, Rock und anspruchsvollem Pop spezialisierte Problembär ist in Wirklichkeit ein ganz lieber, lustiger und gern gesehener Geselle. Sein zweijähriges Bestehen feiert das Label jetzt mit einer Party, bei der gleich vier Künstler des Hauses auftreten. Neuschnee und Unding sind okay, die wahren Trümpfe aber heißen mob und Der Nino aus Wien: Beide agieren deutschsprachig, beide haben heuer tolle CDs veröffentlicht, beide überzeugen durch eine ebenso kreative wie berührende Textpoesie.

EMPFOHLEN!"



Jedenfalls - Weihnachtszeit is auch immer Listen-Zeit; die besten Alben des Jahres werden gekührt, und dieses Jahr sieht`s auch für Problembär nicht sooo übel aus.

Beim Standard schaffte es "Down in Albern" von Der Nino aus Wien in die Top 20 (als 3. bestes österreichisches), der besten 2009er Alben; bei TBA haben wir (ihr) es in der Hand, da is er unter den Nominierten; hier kann man für ihn voten: Vote!

Wehe ich erwisch einen von euch beim für 50 Cent voten!



Bei fm4 gibt es auch einen Jahres-Poll (keine Vornominierungen, euch steht alles frei, aber ich erinnere euch gern daran, dass dieses Jahr mit mob, Unding und eben auch Nino gleich drei Problembären-Bands release-technisch aktiv waren)...

Wie auch immer die ganzen Abstimmungen ausgehen im Detail; ich seh jedenfalls eine Zeit der roten Teppiche, der in eleganten Abendroben gewandeten heissen Starlets die sich im Blitzlichgwitter bei mir einhängen, der Sekt und Kaviar-Buffets und der Schulterklopfungen durch schleimige, zugekokste, Pferdeschwanzfrisetten zur Schau stellenden „Manager“ für mich heraufdämmern, und ich will nicht verleugnen dass das meine eigentliche Hauptmotivation war in`s Musikgeschäft einzusteigen...

Heute irgendwann in fm4-Connected (irgendwann zwischen 13 und 19 Uhr) übrigens wiedermal ein netter Beitrag über Problembär inkl einer kleinen fm4-Session des momentan auf allen Kirtagen tanzenden Ninos (das ebenjener Nino grad auf Radio Orange behauptet hat "Run for your Life" sei mein Beatles-Lied wird aber ein internes Nachspiel haben; uuuh, da kommt eine saftige Disziplinar-Strafe auf Herrn Mandl zu)...

Freitag, 18. Dezember 2009

Randnotiz einer seltsamen Lebensphase

Auffällig wie oft ich seit einiger Zeit (also vor allem in den letzten 1, 2 Wochen) von männlichen Bekanntschaften umarmt werde. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde das ich das nicht irgendwie schön fände sogar (auf eine totaltotaltotaltotal heteroheteroheterohetero-hafte art!)... auf den aus östlichen Gefilden bekannten Wangenkuss unter Männern kann ich aber weiterhin gut verzichten!

Aja, ausserdem verweise ich auf einen sehr netten Bericht im Standard von heute: Nino im Standard

Am besten find ich ja die Leser-Kommentare weiter unten, vor allem diesen hier:

„oh du meine güte...
also keine ahnung was da abgeht...
mieser gesang, einfach das letzte...
ein typ, der weder gitarrespielen kann, noch sonstwas?
und das wird songwriting genannt...

liebe redaktion: nur weil etwas irgendwo gespielt wird heisst das noch lange nicht, dass es a) gut ist b) gut gemacht ist c) keine ahnung was - mir stehen die Haare zu berge...

So n Mist kann nur aus Österreich kommen“


Haha, wie cool is das bitte (vor allem das „liebe redaktion“ hahahaha...)? Der schlechtgelaunte Typ da kriegt wenn ich ihn mal wo sehe eine fette Umarmung von mir, aber sowas von fix oida!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

leise mahlen die mühlen des promos

Wow, bist du deppat; Problembär Records feiert diesen Samstag Geburtstag und alle haben sie sich zur konzertanten Gratulation angesagt. Alle, ja wirklich alle die momentan die Güte besitzen auf diesem kleinen Label ihre grosse Musik unters Volk zu bringen: Neuschnee, mob, der Nino aus Wien und Unding; also lauter klasse Burschen; Dj’s sind der Sheriff Melone und der Major Näse (auch nicht gerade finstere Gesellen)... wie ich immer sag: Spiel, Spass, Stars & Spannung sind garantiert!

Oder wie das beliebte Pop-Blatt „The Gap“ so schön schreibt:

„"Du Oasch" vom Nino aus Wien ist mit ziemlicher Sicherheit der subversive Nummer 1-Hit
des Jahres 2009 - das und das 2-jährige Jubiläum seines Labels Problembär Records sind
zwei von wahrscheinlich vielen guten Gründen, an diesem Abend im Rhiz zu feiern.“



Photobucket

LG vom Rennbahnweg,
Stefan


Ps.: Nur an diesem Abend wird die neue Problembär-Compilation gratis aufliegen, vollgepackt mit exklusivem Material aller Problembär-Bands sowie einer Vielzahl befreundeter und im Umfeld tätiger Bands…

Pps.: Nachtrag zum gestrigen Blog; jetzt is mir ja aufgefallen, dass ich ja erst vor 3 Wochen bei der Neu-Aufnahme von "Es geht imme rum`s Vollenden" auch Gitarre gespielt hab, also doch noch nicht solang her... immerhin.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Bedenkzeit

Jetzt wurde mir doch glatt gestern angeboten in eine Band einzusteigen. Noch dazu eine die ich sehr gern mag (hab sie letztes Jahr 2x veranstaltet)... is nur so dass ich seit Juni keine Gitarre mehr in der Hand hatte (mal vom "Du Oasch"-Videodreh abgesehen, aber da tut man ja nur so als ob)... und auch in meinen "besten Zeiten" war ich mehr schlecht als recht... na, ich überleg amal ob das Sinn machen täte; es wär sicherlich sowas wie meine letzte Gelegenheit mich noch einmal in der Richtung zu überwinden... schau ma mal!

Dienstag, 15. Dezember 2009

dem nino war auch fad...


... also hat er sich von so Deutschen (Falk und Sibsi) interviewen lassen.

Währenddessen hab ich mich in ein Bett verliebt; wow war das bequem!

Hier geht's zum Interview: Interyou

Oder hier Auszüge direkt in Problembär-Town zum nachlesen (für volles Interview auf obigen Link clicken):

Text: Sebastian Hoffmann, Falk Quenstedt

Wie gefällt es dir in Berlin?

Nino Mandl: Also, es ist ganz anders als Wien. Es ist riesengroß. Und ich finde mich nicht wirklich zurecht hier, weil es so groß ist, weil die Abstände zwischen den Plätzen so riesig sind. Und es ist keine sonderlich schöne Stadt, im Gegensatz zu Wien, glaube ich, ist es schon hässlich. Das ist nicht negativ gemeint. Aber ich will hier nicht leben. Ich will lieber in einer kleineren Stadt leben, in Wien zum Beispiel.


Könntest Du außerhalb Wiens leben?

Ja, es gibt eine Stadt in der ich leben könnte außer in Wien, das wäre Triest. Weil, es ist fast wie Wien, es ist nur italienisch. Ja, da würde ich leben können. Aber erst später, wenn ich keine Musik mehr mache, sondern nur noch Bücher schreibe.

Wien hat ja so etwas Morbides. Im Vergleich zu Berlin könnte man sagen: Während Berlin von außen kaputt ist, ist Wien von innen kaputt. Hast du mit dieser Morbidität – oder diese mit dir - etwas zu tun?

Wir haben eine dunkelschwarze Szene in Wien. Da ist wahr. Das ist nicht so ein Klischee. Das merke ich auch, wenn ich rauskomme aus Wien. Weil die Leute da, in Berlin, sind freundlich. Wien ist eine schlechtgelaunte Stadt, ja, eine dunkelschwarze Stadt. Eine gute Stadt zum Sterben eigentlich. Eine gute Stadt zum Sterben.

Mir fällt allgemein etwas auf an deiner Musik und auch an deinem Auftreten als Person, oder, mal davon abgesehen, auch in deinen Musikvideos: So eine Müdigkeit, eine Trägheit. Vielleicht hat das auch etwas mit Wien zu tun. Und bei deinen Liedern, gerade bei »Holidays«, fiel mir so ein »Sich-Aufraffen« auf, deswegen hab ich auch gefragt, ob es vielleicht quälend ist, sie zu schreiben. Und das steht ja auch im Zentrum von »Holidays«, dieser Dialog: »Was machen wir?« – »Nix.« – »Gehen wir ein Eis essen?« – »Keine gute Idee.« Also diese Langeweile und Trägheit und alle Optionen sind im Grunde auch nicht möglich und dann setzt du aber doch einfach was dagegen und das hat vielleicht dann mit Musik zu tun?

»Holidays« handelt davon – ich hab es im Sommer geschrieben –, dass ich sehr viel unternehmen wollte. Ich war sehr unternehmungslustig, aber keiner wollte irgendwas machen. Meine Verwandten und Freunde wollten nur Fernsehen, den ganzen Tag. Sie wollten nicht Schwimmen gehen oder Spazieren gehen, oder Radfahren gehen. Deshalb ist es, glaube ich, auch ein trauriges Lied, weil ich war so (singt beschwingt): »Ich geh‘ heute baden.« Und in Wahrheit wollte niemand was machen in dem Sommer. Weil die jungen Leute in Wien einfach sehr träge sind oft. Und dann kommt dieser Dialog beim Lied und dann sag ich: »Gehen wir auf die Party«. Und das ist wieder die Sache, die Partys sind das einzige was noch übrig bleibt, glaube ich. Keiner macht mehr Sport, keiner geht Schwimmen, aber Party, das geht. Naja.

Der Klang der Worte und die Schnelligkeit sind also wichtig beim Schreiben, wenn auch nicht bei allen Liedern. Dazu passend fällt mir auch auf, das es in deinen Texten oft um etwas Rauschhaftes geht, z.B. in dem Stück »Weit sind die Weiten der weiteren Weiten«, sind da Bilder des Fliegens, des Schwimmens. Dazu kommt noch der Klebstoffschnüffel-Mythos, den du ja in einem anderen Interview schon als Mythos quasi geoutet hast. Welche Rolle spielt der (Drogen-)Rausch?

Naja. Wir in Wien, wir lieben ja vor allem den Wein. Sicher vor allem den Wein und das Bier. Es sind doch Träume, es kommt viel aus Träumen.

Montag, 14. Dezember 2009

mir war fad...


... also hab ich mich von fm5 (teresa reiter um genau zu sein) interviewen lassen.

looken sie hier: fm5-interview

oder hier:

Interview mit Problembär Stefan Redelsteiner


Zum zweijährigen Jubiläum des heimischen Labels Problembär Records besuchten wir Labelchef Stefan Redelsteiner.


FM5: Was ist deine persönliche Motivation neben Indie-Labels wie Wohnzimmer Records und Schönwetter Platz in der österreichischen Indie-Szene zu beanspruchen?

Stefan Redelsteiner: Mit Wohnzimmer und Schönwetter habe ich - bei allem gebotenen Respekt - eigentlich nicht viel am Hut. Ich komme von einer anderen Baustelle. Ich möchte ein Indie-Label haben, das überschaubar und stilistisch halbwegs homogen ist. Es geht mehr um eine Art familiären Flair als darum, nur ein Geschäft zu haben, das gut läuft. Dieser schöne alte do-it-yourself-Gedanke, die alte Indie-Tradition, wo sich Freunde, ja Gleichgesinnte zusammentun, um sich künstlerisch selbst zu verwirklichen, das reizt mich. Die Motivation ist, Spaß daran zu haben etwas Künstlerisches, etwas Exzentrisches mit Freunden auf die Beine zu stellen, und zuzusehen wie es gedeiht.

Warum hört man überhaupt hauptsächlich von Nino und mob und so selten von Neuschnee und Unding?

Die Frage könnte ich ebenso an die Medien zurückgeben, die suchen sich ja aus, worüber sie schreiben wollen. Ein Grund dürfte sein, dass das Neuschnee-Album bereits Mitte 2008 erschienen ist. Kurz danach sind sie etwas abgetaucht, was auch am Erfolg der anderen Band von Neuschnee-Mastermind Hans Wagner liegt (Das trojanische Pferd), da war dann eben weniger Zeit für Neuschnee. In nächster Zeit werden sie aber wieder öfters auftreten und 2010 ein neues Album herausbringen. Um Neuschnee mache ich mir keine Sorgen.
Auch Unding bringt 2010 ein Album heraus, eine ziemlich wilde Rock'n'Roll-Geschichte. Es wird in meinem Label-Katalog sicherlich herausstechen, da es eine andere Ästhetik hat, als das meiste andere darin. Ich bin also sehr gespannt darauf.

Die meisten Songs der Problembär-Bands sind deutschsprachig, ist euch das ein spezielles Anliegen?

Nein, das is kein spezielles Anliegen. Das hat sich so ergeben. Das Wort, das Poetische, der sprachliche Ausdruck ist ja bei den meisten meiner Bands sehr wichtig. Aber es gibt keine Englisch-Verbote oder Deutsch-Befehle. Wenn er unbedingt will, kann der Nino sein nächstes Album auf Chinesisch bei mir herausbringen und ich weiß, dass er mir genau das androhen wird, wenn er dieses Interview liest (lacht).

Wie steht es um die österreichische Musikszene deiner Meinung nach?

So gut wie noch nie zuvor. Hubert vom trojanischen Pferd hat mir gegenüber gestern eine sehr interessante Theorie geäußert. Er meinte, dass das erste Sir Tralala Album Flying objects, they don`t have a brain der Beginn einer Ära war, die jetzt langsam auf ihren ersten Zenit zusteuert. Sozusagen der Auslöser, das erste Vorzeichen dafür, dass die Freaks an die Macht kommen. Das ist speziell bei Popmusik glaube ich das Beste, das einer Szene passieren kann. Sachen wie Gustav, Ja Panik, Kreisky, Soap & Skin, die Seayou-Sachen, 1000 Fuegos, Neigungsgruppe und so weiter, da passiert schon recht viel derzeit, und es stoßen ständig neue Künstler nach.
Als Nino und ich kürzlich in Berlin auf Tour waren, wurde ihm von den Journalisten auch gesagt, dass in Österreich, Wien im speziellen, zur Zeit am meisten abgeht im deutschsprachigen Raum was gute, intelligente Pop-Musik betrifft... Das wird also durchaus auch von außen so wahrgenommen.

Gibt es im österreichischen Musikbusiness Menschen, die du bewunderst?

Ich musste 26 Jahre alt werden, um Falco bewundern zu können. Aber der ist ja leider schon lange tot. Mit vier, fünf Jahren war ich Fan von Peter Alexander und der EAV. Dann war lange nichts. Ich hab mich mehr mit ausländischer Musik beschäftigt. Austropop hat mich nie interessiert, obwohl ich lustigerweise ja zur Hochblüte dieser Ära geboren wurde.

Interessanterweise wurde ich in der Art wie ich mein Label führe, beeinflusst von Labels wie Factory Records und Creation Records (beide GB). Das Bild von einem Manager der bei künstlerischen Sachen mitmischt, immer einen irrwitzigen, schlitzohrigen Plan im Hinterkopf hat, der selbst ein bisschen wirr ist und mehr eine Art Gefährte seiner Bands ist, das hat mir immer gefallen.

Mittlerweile höre ich sehr viel aktuelle österreichische Musik, gehe fast jeden Abend auf ein Konzert einer heimischen Band. Gustav, die ich noch nie getroffen habe, macht zum Beispiel tolle Musik. Ich bewundere sie aus sicherer Distanz. Österreichische Labels die ich respektiere sind vor allem Seayou Records und auch Beatismurder.

Sir Tralala ist so etwas wie ein Mentor für mich. Er hat mir von Anfang an geholfen mit dem Label, hat sich viel Zeit genommen mir alles zu erklären in puncto Musikwirtschaft, Bürokratie, aber auch wie man sich nicht über den Tisch ziehen lässt. Er ist nach wie vor jemand, den ich menschlich und künstlerisch total respektiere.

Ich bewundere auch Tanja. Mit ihr und einem weiteren Kumpel habe ich 2007 das Label gegründet,und sie war bis vor einer Woche immer wieder Teil der Organisation, speziell in den letzten Monaten hat sie mir bei einigen Dingen unter die Arme gegriffen, dafür bin ich ihr dankbar. In der Philosophie des Labels stecken nach wie vor viele ihrer Ideen drinnen, die ich bewundernswert fand und bis heute hochzuhalten versuche, wenn auch auf meine Art mit der sie sich nicht ganz identifizieren kann. Ich hoff sie wird irgendwann wieder Teil des Ganzen.

Dein Resümee der letzten zwei Jahre?

Eine Berg- und Talfahrt. Menschlich sind diese zwei Jahre schon ziemlich heftig gewesen. Ich habe viel über mich gelernt, über andere Menschen, über das Leben selbst. Es ist erstaunlich, dass ich mir mein Leben ohne das Label gar nicht mehr vorstellen kann, es diktiert alles. Das ist ein Segen und ein Fluch zugleich, eine sehr obsessive Sache.

Was hat Problembär Records im neuen Lebensjahr vor?

Durch all die Erfolge, muss ich alles auf eine neue Ebene stellen. Es wird sich also strukturell einiges verändern, das bin ich meinen Bands schuldig. Bei allem Charme, den der liebenswerte Dilettantismus von Problembär Records bislang hatte, wird nun endgültig auch eine gewisse Reife und Professionalität einziehen.
Ich werde meine Zusammenarbeit mit meinen Vertrieben und Bookern intensivieren, die Web-Präsenz und das äußere Erscheinungsbild verbessern, damit alles den Künstlern qualitativ gerecht wird.

Mein neuestes Signing ist die Band Der elegante Rest aus Berlin, deren neues Album im Februar bei Problembär Records erscheint. Die sind absolut mega! Mit Berlin ist ohnehin eine Art verstärkter Brückenschlag geplant für nächstes Jahr.

Desweiteren wird es 2010 neue Alben von mob, Unding, Neuschnee, und dem Nino aus Wien geben. Fad wird mir schon nicht werden.

Danke für das Gespräch!

Sonntag, 13. Dezember 2009

Neu im Shoppe


Ab jetzt bei mir erhältlich: "The Bandits Gospel" von den Morbidelli Brothers!

Hier: http://problembaerrecords.net/osCommerce/product_info.php?products_id=42

Gestern war Release-Abend im "Drama X"-Theater; und was für ein Abend, das war.

Davor hatten wir Wandertag (ich, Nino, Hubert vom trojanischen Pferd, Wuki, Raphael und Patrick Seirafi)... Szenen für das neue Nino-Video am Cobenzl drehen; war lustig - beim Heurigen waren wir auch... und heute irgendwann in der Nacht, ein kleiner Problembär-Beitrag im fm4-Soundpark.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

ohjemene


haha, ich dodel, wiedermal. war heut bei fm4 mit hans von neuschnee und nino von wien. ein interview, um ein bissi die werbetrommel zu rühren für die 2 Jahr Feier am 19.12. im Rhiz; es wird am 13.12. im sound park ausgestrahlt; hoffentlich erst zu seeeehr später stunde... ja, irgendwie wurde ich von der moderatorin (mari lang) am falschen fuss erwischt, und so entglitt mir das gespräch zu einem robbie williams-pete doherty-john lennon-selbstmitleids-interview erster güte; von "ich bin so arm/allein!"-aussprüchen bishin zu einer (nicht so ernst gemeinten) selbstmordandrohung war echt alles dabei... oh gott ich hoff das wird alles rausgeschnitten... naja, auch ein problembär hat mal seine "tage"... andererseits ein mustergültiges beispiel dafür, dass nach aussen hin alles noch so gut laufen kann, die persönliche gefühlswelt is dann eben wieder eine andere geschichte; vielleicht sollte ich mit yoga beginnen... naja, nachher haben mich dankenswerterweise der nino und der scheichyerbouti im hawelka wieder ein wenig aufgepeppelt. wird schon wieder!

Sonntag, 6. Dezember 2009

Eine Empfehlung


Kommenden Samstag, also am 12.12. veröffentlichen die von mir hochverehrten Morbidelli Brothers ihr Debüt-Album "The Bandits Gospel" im Garage X Theater am Petersplatz (1. Bezirk, nicht Rom); und zwar auf Pumpkin Records. Is wirklich eine tolle Platte geworden, hab sie schon gehört.

Ein Lied, dass es nicht auf`s Album geschafft hat, nämlich der Track "Kinder" wird übrigens dann am 19.12. bei meiner 2 Jahr Problembär Feier im Rhiz, also am Samstag die Woche danach veröffentlicht werden, als Teil der gratis aufliegenden "2 Jahre Probembär"-Compilation; ein Text-Auszug aus "Kinder": Wir woan vü z`jung zum oaschleck`n, oida!! Das man so eine Text-Zeile singen kann, und dennoch elegant, lasziv ja direkt liebenswert rüberkommt, das gelingt wohl nur dem Sheriff Melone, seines Zeichens Frontman der Morbidellis, die entgegen anderslautender Gerüchte NICHT die Kinder italienischer Gastarbeiter sind.

DJ wird Sir Tralala sein, es wird also alles gut!

www.myspace.com/morbidelli

www.garage-x.at

Samstag, 5. Dezember 2009

Film

Für den neuen Der Nino aus Wien-Musikfilm such ich noch Statisten...

Nächste/übärnächste Woche wird gedreht. Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Melden kann man sich bei dieser, meiner e-mail-Adresse: bonzogonzo@gmx.at

Dienstag, 1. Dezember 2009

Isbjarne


Heut nutz ma mal die zeit, halten inne und sagen danke. Ohne die Tanja, bei der ich mich hier nun mal bedanken will gäbe es das hier alles nämlich gar nicht. Jetzt werden einige sagen; na super, ohne sie gäb`s den ganzen Problembär-Schaas gar nicht... wuascht, darum geht`s hier jetzt nicht!

Angefangen von diesem Blog, über das Flickr (wo viele Fotos von ihr sind), ein Haufen Flyer (meiner Meinung nach die besten Problembär-Flyer; nix gegen die anderen Künstler, die sicher früher oder später auch noch ihre Danksagung bekommen), ja, sogar das Logo des Labels, alles ihr Werk... ja, nein sag ma so, eigentlich die Grundidee, die Seele des ganzen basiert zu einem Gutteil auf ihren Ideen und Beiträgen.

Immer da wo ich zum technischen Nackapatzi verkomm is sie mit ihren Nerd-Skilzz zur Stelle

Immer da wo mich meine Wurschtelfinger im Stich lassen (wie zb bei der Herstellung von Stickern) is sie die Bastel-Tante, die was alles hinkriegt

Immer dann, wenn ich alles an den Nagel hängen und mich vertschüssen will, sagt sie "bist deppat, oida?"

Herz & Seele hört sich abgelutscht an, in ihrem Fall trifft`s den Kern aber ganz gut. Ihr Humor, ihr künstlerisches Potential (welches sie viel öfters abrufen sollte meiner Meinung nach; was sie aber oft aus falscher Bescheidenheit bzw Druck den sie sich selber setzt, nicht tut), ihre Gutmütigkeit (die ich oft auf die Probe stelle), das sind alles Faktoren, die sie meiner Meinung nach zum wichtigsten Mitglied der Problembär-Familie machen.


Das alles schön und gut: aber eigentlich will ich ihr wegen etwas ganz anderem danken; für ihre Freundschaft, die sie mir dieses Jahr - wo ich es oft nicht leicht hatte, und sicher auch des öfteren unausstehlich war - gegeben hat.

Eine gute platonische Freundin zu finden, mit der man über alles reden kann und mit der man den ärgsten Blödsinn machen kann, is nicht leicht, sie zu behalten noch um einiges schwieriger. Ich hoffe mir wird das gelingen...

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